Freitag, 25. Februar 2011

Silvester in Kaohsiung

27. Woche (27.12. bis 02.01. 2011):

Am Montag haben X und ich zuhause den Fisch gekocht, den uns Stacys Mutter geschenkt hat. Hat echt lecker geschmeckt:

Am Dienstag traf ich mich mit Stacy und Flona im Masa Loft, einem wirklich gemütlichen Café gleich in der Nähe unserer Uni, um uns von Owen (einen taiwanesischen Freund, den ich an der JKU kennengelernt hatte) zu verabschieden, der extra deswegen von Changhua nach Tainan gekommen war. Owen hatte nämlich einen Job auf den Philippinen gefunden und würde daher länger nicht mehr zurück nach Taiwan kommen.

Am Donnerstag lud mich X ein, mit zu einer Willkommensfeier im KTV für Sandy (einer Macanesin, die ich letztes Jahr in Macau im KTV kennengelernt hatte), die für ein paar Tage auf Besuch nach Taiwan kam. Ich war zwar anfangs etwas nervös, da dort mindestens 30 Macanesen waren, von denen ich vielleicht 7 oder so kannte, aber es hat sich wieder mal echt gelohnt, ein toller Abend!


Am Freitag war dann der letzte Tag des alten Jahres und ich dachte dafür gönne ich mir noch schnell einen neuen Haarschnitt. Doch da die Zeit etwas drängte, ging ich in den erstbesten Frisörsalon, der mit über 400 NT (mehr als 10 €) auch nicht unbedingt billig war. Doch wie sich herausstellte war das keine gute Wahl, ich glaube ich habe beim Frisör selten so viele Schockmomente erlebt wie bei diesem Mal.

Eigentlich hatte ich dem Frisör gesagt, er soll einfach alles ein bisschen kürzer schneiden, nichts Außergewöhnliches, einfach einen stinknormalen Männerhaarschnitt. Doch als er dann schließlich fertiggeschnipselt hatte und mir den Spiegel zeigte, traute ich meinen Augen nicht: Der hatte mir doch tatsächlich einen "Taiwanesen-Spitz" verpasst, ein unter taiwanesischen Teenagern relativ weitverbreiteter Haarschnitt, aber beim besten Willen NICHT gewöhnlich!!!

Leider finde ich im Internet kein Foto, das diesem Haarschnitt nahekommt, aber stellt euch einfach einen Hinterkopf vor, wo die Haare an den Rändern rasiert sind und gegen obere Hinterkopfmitte länger werden und damit einen nach unten spitzzulaufenden Spitz bilden. Auf jeden Fall bat ich den Burschen daraufhin, die Längen etwas anzugleichen und das Ganze ein bisschen normaler aussehen zulassen. Doch er interpretierte das so, dass er einfach den Spitz kleiner machte, d.h. außen noch mehr wegschnitt und in der Mitte des Hinterkopfes einen kleinen Büschel bildete. Daraufhin fing ich dann vor lauter Verzweiflung wirklich zu schwitzen an, denn viel war mittlerweile nicht mehr zu retten. Beim dritten Versuch schließlich trimmte er dann den ganzen Hinterkopf auf praktisch eine Länge (wobei man das nicht mehr als "Länge" bezeichnen kann). Damit musste ich mich dann zufriedengeben, doch ein bisschen fertig und verschwitzt war ich ehrlich gesagt schon nach dem Erlebnis und ich glaube nächstes Mal werde ich wieder auf die altbewährte Methode "Foto" zurück.

Am Abend fuhren dann Hailey, John, X, Fan und ich (nach langem Hin und Her) per Moped nach Kaohsiung zur 夢時代 Dream Mall - einer Riesen Shoppingmall, wo jedes Jahr eine große Silvesterveranstaltung stattfindet.

Gegen Mitternacht gab es dann einen Countdown und ein großes Feuerwerk:



Unseren ursprünglichen Plan, nach Mitternacht den Rest der Nacht in einer Kaoshiunger Disko zu verbringen cancelten wir aber, da nach dem Feuerwerk die ganzen Menschenmassen Richtung Stadtzentrum drängten und wir daher viel Zeit verloren. Zum Schluss suchten wir uns also einfach einen Family Mart, wo wir noch ein bisschen Kartenspielten und tranken und Wunderkerzen anzündeten. Das war jedenfalls unser Silvester.

Ihr werdet euch wahrscheinlich fragen, was X und Hailey da hinter meinen Rücken machten. Erklärung: mich als Windblocker missbrauchen - wie man an der Körperhaltung erkennt, war es KALT in Taiwan.
Außerdem seht ihr auf dem Bild das Endergebnis meines Frisörbesuchs: kurz!

Schließlich kehrten wir zum Schlafen ins Hostel zurück, doch damit war der Abend noch nicht ganz vorbei, wenn man es genau nimmt. Anfangs war es zwar noch ganz erträglich auf den Liegen bei gemäßigter Temperatur zu schlafen, doch nach ein paar Stunden fingen wir auch schon zu frieren an, denn Heizungen gibt es in Taiwan natürlich keine und von isolierten Wänden kann man auch nur träumen, d.h. es wurde wirklich kalt im Zimmer. Und der Höhepunkt kam dann, als ein Typ im Zimmer Brechreiz bekam. Das wär auch nicht so das Problem, wenn er dafür das WC aufgesucht hätte, doch er bevorzugte sich im Bett aufzusitzen und ins eigene Bett zu brechen. Wir durften uns daher an einer circa 10-minütigen Brech-Hust-Brech-Rülps-Vorstellung erfreuen. Gegen 9 Uhr morgens beschlossen wir dann einstimmig direkt nach Tainan zurückzufahren und dort dann weiterzuschlafen.

Dort angekommen gönnten wir uns dann einen wirklich erholsamen Nachmittagsschlaf und einen entspannten Abend mit Kino, wo wir uns "Gulliver's Travels" (Trailer) ansahen, ein wirklich lustiger und sehenswerter Film!

2 Kommentare:

  1. Also ich find deine Haare stylish, steht dir gut ;)

    AntwortenLöschen
  2. Danke Doris, aber sie waren WIRKLICH KURZ! Und das noch dazu bei den taiwanesisch-"eisigen" Temperaturen

    AntwortenLöschen