Sonntag, 16. Januar 2011

冬至 und Weihnachten auf Taiwanesisch

26. Woche (20.12. bis 26.12.):

Am Dienstag und Mittwoch haben wir in Taiwan 冬至 (Dongzhi) gefeiert und ich bin gerade draufgekommen, dass das im Prinzip unserer Wintersonnenwende entspricht, nur eben im chinesischen Kulturkreis etwas mehr Bedeutung bekommt. Traditionellerweise werden zu diesem Anlass 湯圓 (Tangyuan) gegessen, aus Klebreis gefertigte süßliche Bällchen, die man normalerweise mit der Suppe (湯 = Suppe) isst, die allerdings im Prinzip aus heißem Karamellwasser besteht.

Zu diesem Feiertag hatte uns unser Karatemeister am Dienstag in den 道管 (Daoguan = Trainingsort wo unser Meister für gewöhnlich unterrichtet, außerhalb der Club-Kurszeiten) zum Tangyuan-Kochen und -Essen eingeladen.

der Daoguan:

Doch mit den Tangyuan wars noch nicht getan, zur Feier des Tages gabs auch noch jede Menge Kentucky Fried Chicken (siehe Schachteln auf dem Tisch):
und einen Kuchen für unser Geburtstagskind Lex:

Dieses Foto (und zugegebenermaßen auch einige andere) hab ich aus Facebook gestohlen, weil ich mich nicht getraut hatte, unseren Karatemeister um ein Foto zu bitten. Siehe kleiner Mann zwischen den Fingern - aber Vorsicht, der ist zwar klein, aber echt oho!! Würd mich nicht (mehr) mit ihm anlegen. Falls ich es nicht erwähnt habe, er war es, der mir gleich in einer der ersten Einheiten so in den Bauch geboxt hat, dass ich eine Weile lang nicht mal sprechen oder ordentlich atmen konnte:
hier nochmal im Gespräch mit einem anderen schwarzen Gürtel - Mitte oben:
und das Tolle im Daoguan: es gibt Wii!!!

auch dieser kleine Freund schlägt schon ordentlich zu:

Weil ich das Bild zufällig gefunden hab: Manche Taiwanesen finden es sehr trendig, Brillen ohne Gläser zu tragen (rechts):

Am Mittwoch war ich mit Xiaoyan und Co. zu einem weiteren traditionellen Essen zur Wintersonnenwende eingeladen: 薑母鴨 (JiangMuYa) = Ingwer-Ente - im Prinzip ein Hot Pot mit Ente, Ingwer und etwas Reiswein. Genau das richtige zur kalten Jahreszeit:
vo. li.: 聖 (Sheng - ehemals Yuanzhumin genannt), Cody und 弟弟 (Didi = kleiner Bruder)
vo. li.: Xiaoyan ... und ... wenn ich das bloß noch wüsste ... Freunde von Xiaoyan und Sheng jedenfalls:


Am Donnerstag erkundete ich mit Hailey einen bisher noch nie besuchten kleineren Night Market in der Nähe von Anping, 永華夜市 Yonghua-Night Market - primär um ein paar Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Und bei einem Süßigkeitenstand hab ich wieder mal was typisch Taiwanesisches entdeckt, englische Rechtschreibfehler, die einen immer wieder mal schmunzeln lassen: "Endness Love", ich vermute mal gemeint war "Endless Love):

Am Freitag war dann Heiligabend. Daher war an diesem Tag Schlemmen und Es-Sich-Gutgehen angesagt. Zuerst mit Dim Sum im 萬客樓 (WanKeLou = Tausend-Gäste-Haus - Name eines Restaurants):

Nach dem Mittagessen fuhr ich dann WIEDER mal zur Immigration Agency, um mir endlich mein endgültiges ARC abzuholen, das diesmal bis Ende Juni gültig ist.

Und am Abend haben X, Yanfish, Hailey und ich uns den Bauch beim Hot Pot vollgeschlagen:

Danach sahen wir uns gemeinsam "Due Date" (Trailer) im Kino an, eine wirklich sehenswerte Komödie. Den Rest des Abends verbrachten wir dann noch mit Kartenspielen bei uns zuhause und mit einer Weihnachts-Skype-Session mit meiner Familie.
Den Großteil des Samstag verbrachte ich dann alleine damit, so original wie möglich Wiener Schnitzel zu machen, mein Beitrag zur nächtlichen Weihnachtsfeier:

Am Abend war dann große Weihnachts-Zusammensitzerei angesagt. Und wieder mal dank Fan haben wir zum Schluss sogar einen super Ort zum Feiern ergattert, eine Kunst-Gallerie von Fan und ihren Freunden. Ausgemacht war, dass jeder etwas zu essen mitbrachte, wenn möglich was aus dem eigenen Land. Das war das Resultat:

Auch für Getränke war gesorgt:

War wirklich ein sehr unterhaltsamer Abend voll von Schlemmen, Trinken, Spiele spielen und Quatschen.

Und sogar einen (äääh) angedeuteten Christbaum hatten wir:
Als dann schließlich alle Gäste eingetroffen waren, konnten wir endlich "Lucky Dip" spielen, ein bisschen ähnlich unserem Wichteln, nur dass der Zufall entschied, wer welches Geschenk bekam, und dass (zumindest theoretisch) niemand erfuhr, von wem sein/ihr Geschenk war:

Hätte mir jedenfalls nicht erwartet, dass diese Weihnachtsfeier so ein Erfolg würde. Auch wenn es ganz anders war als meine bisherigen Weihnachten, (praktisch) ohne Familie, ohne Schnee, ohne (richtigen) Christbaum und allem was sonst so dazugehört. Aber es war eine besondere Weihnachtsfeier und mit Sicherheit unvergesslich:

Am Sonntag war dann ein bisschen Erholung angesagt. Und als Weihnachtsgeschenk an mich selbst, hab ich mir zum Schluss dann doch den Lonely Planet-Reiseführer für China gekauft.

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