Freitag, 14. Januar 2011

Kälteeinbruch und 活跳跳海鮮知性之旅

25. Woche (13.12. bis 19.12.):


Am Montag hatte unsere Gruppe Präsentation in IBM. Dürfte aber nicht sehr interessant für die anderen gewesen sein, denn selbst unser Professor ist zum Schluss eingenickt. Tolles Vorbild!!

Nach Kursende fand am Campus eine Aufführung vom Cheerleader-Club 啦啦街unserer Uni statt.

Da gabs Tanzaufführungen:


Und etwas bescheidene Rapversuche - Hört mal rein, und ratet welches Lied hier nachgesungen wird!

Anm: Das "Kaka" was ihr hier hört, hat nichts mit Stuhlgang zu tun, sondern bedeutet einfach "Haha" (wurde mir gesagt)

Danach fuhr ich zu Xiaoyan und Sheng, die mich auf Pizza eingeladen hatten. Und einen Freund hatten sie auch zu Besuch, 春瑋 Chunwei der Tanzlehrer. Und da Cody ja auch ein begeisterter (und nebenbei bemerkt auch sehr begabter) Tänzer ist, war ein Dance-Battle nicht zu vermeiden:



Am Dienstag hatte ich vormittags Aufsichts-Dienst in der Bibliothek, wo unser Zen-Club eine Ausstellung organisiert hatte und Freiwillige brauchte, die die Ausstellungsstücke bewachten und für Fragen von Besuchern zur Verfügung standen.

Und abends nach dem Karate-Kurs schaute ich noch bei der Geburtstagsfeier von Sophie vorbei, ehemalige Mitarbeiterin im Auslandsbüro der NCKU. Jaja, 8 Jahre ...

Am Mittwoch hatte mich Stanley eingeladen, mit ihm und seinem Zimmerkollegen 華東 Huadong nach Kaohsiung zu fahren, denn seine kleine Schwester war mit ihrem Verein für einen Auftritt (denke ich) nach Taiwan gekommen. Fragt mich besser nicht, was genau das für ein Verein ist, aber dürfte mit traditioneller Musik zu tun haben, Peking-Oper oder Ähnliches.

Allerdings verloren wir etwas zu viel Zeit damit, Angels (Stanleys Schwester) Hotel zu finden. Daher blieb zum Schluss nur etwas Zeit zum Plaudern und Shoppen. Dann lud uns der Vereinsvorsitzende sogar überraschenderweise zum gemeinsamen Abendessen ein, was sich auch als ganz interessant herausstellte. Denn es gab dort viel traditionelles, leckeres und außergewöhnliches Essen, wie zB Schnecken und 木耳汁 (MuErZhi) - Saft aus "Judasohren" (木耳), einem Pilz der auf Bäumen wächst (Wikipedia).

Nach ein paar Verdauungs- bzw. Respekt-Schnäpsen begleiteten wir dann noch mal Angel zu einem weiteren Shoppingdurchgang und fuhren letztendlich gegen Mitternacht gerade noch rechtzeitig mit dem letzten Zug zurück nach Tainan. Ich muss jedenfalls zugeben, obwohl sie ein richtiges, kleines Plappermaul ist, ist Stanleys Schwester wirklich süß.

Am Donnerstag dann wurde es so richtig kalt in Taiwan, so kalt, dass ich sogar zum allerersten Mal Karate schwänzte. Und ab dem Tag sollte es auch nicht mehr viel wärmer werden. Zum Schluss hatte doch der Winter Einzug gehalten in Taiwan, und selbst wenn die Temperaturen eigentlich nie unter 10°C sinken, ist es wirklich sehr unangenehm kalt hier. Und zwar aus verschiedenen Gründen:

1. Es gibt so gut wie nirgends Heizungen in den Gebäuden (weil für die meiste Zeit des Jahres unnötig)
2. Es weht meistens Wind.
3. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht das Ganze dann noch schlimmer.


Am Samstag war ich abends wieder mal bei Xiaoyan & Co. "eingeladen", allerdings mit dem Hintergedanken, dass Cody und ich für die beiden und zwei Freunde von ihnen Spaghetti kochten.

Und am Sonntag waren Hailey, Flona, Shin und ich zu Stacy eingeladen zum Meeresfrüchte essen. Das "Event" lief auf Facebook unter dem Namen "活跳跳海鮮知性之旅", wo ich auch noch ein paar Fotos hochgeladen habe.

Alles was ihr hier unten seht hat Stacys Vater (ganz rechts) übrigens selber frisch im Meer gefangen. Ich hätte nie gedacht, dass frische Meeresfrüchte so viel besser schmecken.

Und das gabs zu essen:
Fisch (Wu-Yu):Shrimps:
Tintenfisch:
gepresste Fischeier:
Krabben:
Flona beim "Krabben-Eier" essen!!!!

Mittlerweile traue ich mich zwar schon bei weitem mehr Meeresfrüchte zu essen als früher, aber der Tintenfisch hat mich wirklich viel Überwindung gekostet:

Und hier noch ein Video, um diese "Heldentat" noch besser zu veranschaulichen:


Nach dem Essen gabs eine kleine Hausführung:
eine Terrasse ...... mit tollem Ausblick

Im Anschluss zeigte sie uns noch den "Garten" - schon toll das Meer praktisch vor der Haustür zu haben. Und ihr Vater baut dort im Sand tatsächlich Tomaten und anderes Grünzeug an:

Aber das mit dem Synchron-Springen hat irgendwie nicht ganz hingehauen:

Und zum Schluss fuhren wir noch gemeinsam auf den 興達港 Fischmarkt. Und auch wenn ich schon unzählige Male auf Nachtmärkten war, hat dieser Markt irgendwie echt einen Eindruck bei mir hinterlassen. Vermutlich da wir dort ja schon ziemlich am Land waren, war dieser Markt um einiges traditioneller als die Nachtmärkte in Tainan City.

Hier werden 丸子 (Wanzi) gekocht:
Und hier hab ich auch den 阿里山茶 Alishan-Tee gekauft, den ich nach Hause geschickt habe.
Nicht unbedingt das beste Verhalten! Als ich den Verkäufer um ein gemeinsames Foto bat, hat er mich einfach ignoriert:

Nachdem wir den Markt dann durchgegangen waren, fuhren wir wieder heim. Als Abschiedsgeschenk hat mir Stacys Mutter sogar noch zwei ganze Fische 目魚 mit nachhause gegeben, zusammen mit einer Anleitung zum Kochen. Das war jedenfalls wieder mal ein wirklich unvergesslicher Ausflug. Am Land kriegt man doch viel mehr vom traditionellen Leben mit als in der Stadt.

Das merkt man auch gleich an der Sprache, denn dort wurde praktisch nur Taiwanesisch gesprochen. Wenn sich ihre Familie unterhalten hat, hab ich also kein Wort verstanden. Eine wirklich nette Familie trotzdem!! Am witzigsten war wohl die Oma, von der mir Stacy im Vorhinein schon erzählt hat, dass die mich seit Stacys Heimkehr unbedingt kennenlernen wollte. Sie hat mich auch öfters angesprochen, doch leider hab ich kein Wort verstanden, denn ich kann kein Taiwanesisch und sie kann anscheinend kein Mandarin. Je weiter man aufs Land rauskommt und auch generell je weiter südlich man ist in Taiwan, desto mehr Taiwanesisch wird gesprochen, auch in der Stadt, aber dort hauptsächlich von der älteren Generation (oder wenn geflucht wird).

Vielen Dank jedenfalls noch mal an Stacy und ihre Familie für diesen interessanten Tag und den herzlichen Empfang!!

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